Chronik/Aktivitäten

Über die Gründung des Vereins ist uns heute nur noch wenig überliefert. Das einzige, das noch existiert, ist ein Auszug aus dem „Burschenblatt“ vom Juli 1910.

„Zu Sittenbach, Post Sulzemoos, Erzdiözese München Freising, hat sich […] in der Filiale Unterweikertshofen am 17. April ein katholischer Burschenverein mit 20 ordentlichen Mitgliedern gebildet.“

Das Burschenblatt war eine Zeitschrift für die Burschenvereine, die vom Juli 1904 bis September 1939 herausgegeben wurde. 1904 belief sich der Bezugspreis auf 10 Pfennig, Deckblatt BVUohne Porto.

Die älteste Burschenchronik die der BVU noch besitzt wurde am 6.1.1980 begonnen.

Jedes Burschenjahr beginnt mit der Jahreshauptversammlung, die Anfang Januar bei unserem Wirt stattfindet. Dort wird alle 2 Jahre eine neue Vorstandschaft gewählt und die alte entlastet. Das alte Jahr wird durch die Berichte des Vorstands, des Kassiers und des Schriftführers abgeschlossen. Außerdem werden alle bevor-stehenden Aktivitäten des Burschen-vereins fürs kommende Jahr durch-gesprochen und geplant.

Am Karsamstag hat dfoto049er Burschenverein die Aufgabe den Jaudus zu veranstalten. Bereits am Morgen treffen wir uns alle und fahren gemeinsam mit Bulldog und Anhänger die von den Ortsleuten hergerichteten Baum- und Holzzuschnitte zusammen. Gegen Mittag gibt’s zur Stärkung Würst´l und Brezen bei unsermfoto061 Wirt. Am Nachmittag geht’s dann weiter mit dem Zusammenfahren der Brennmaterialien, die am Jaudusplatz in Unterweikertshofen zu einem großen Haufen aufgestapelt werden. Dieser wird traditionell unter den Augen der Dorf-gemeinschaft und anderen Interessierten bei Einbruch der Dunkelheit entzündet. Später treffen sich die Burschen dann beim Wirt um sich für das anschließende „Oarbell“ zu stärken.

Alle zwei Jahre wird der Maibaum von den Burschen aufgestellt. Ein paar Wochen vor dem 1. Mai wird daher der alte Maibaum umgelegt. Unser neuer Maibaum wird zwei bis drei Tage vor dem 1. Mai im Wald des Spenders gefällt, ausgeastet und entrindet. Anschließend wird der noch nackte Baum heimtrans-portiert. Nach alter Tradition wird unser Maibaum mit Girlanden, Kränzen, sowie Maibaumtafeln – auf denen die Embleme der Vereine, Handwerksberufe und wichtigsten Gebäude der Ortschaft gemalt sind – geschmückt. Während der Zeit bis zum 1. Mai muss der Baum bewacht werden, damit er uns nicht, wie es zur Tradition gehört, gestohlen wird.

Auszug aus der Chronik von 2002: „Die Nacht vom 13.03.2002 auf den 14.03.2002 sollte nämlich eine große Nacht für den Burschenverein Unterweikertshofen werden und seinen Ruf weit über die Landesgrenzen hinaustragen. Der Maibaumklau in Sittenbach stand an. Nach wochenlanger Spionagearbeit im Nachbarort trafen sich ca. 20 kräftig gebaute und furchtlose Männer um 2:00 Uhr iBVU_Maibaumdiebst._v.Sittenbach001n der Früh beim Hubert. Nachdem jeder von Kommandant Burgstaller eine feste Aufgabe bekommen hatte, fuhren wir los und versteckten die Autos im Wald. Der Voraustrupp befestigte die Spanngurte und der Rest der fröhlichen Truppe folgte kurze Zeit später auf Zehenspitzen. Im Stadl, wo der Maibaum gelagert war angekommen nahm jeder seine Position ein und es konnteBild 5 (2) los gehen. Ursprünglich sollte der Maibaum ein Stück weit getragen werden und erst im anliegenden Feld an den Bulldog angehängt werden. Doch beim Hochheben des Baumes ging plötzlich eine Alarmanlage los. Große Unruhe brach aus und es dauerte eine Zeit, bis das nervende Klingeln abgestellt wurde. Nun hieß es Handeln und wir  entschlossen uns für Plan B – B wie Bulldog vorfahren und bloß noch weg. Zu aller Erstaunen wurden wir nicht weiter gestört unBild 6 (3)d um Punkt 2:50 Uhr befanden wir uns außerhalb Sittenbachs, in Sicherheit. Zunächst wurde ein Triumpfzug durch Unterweikerts-hofen gestartet und der Baum um 3:45 Uhr an einem geheimen Ort versteckt. Die ganze Aktion dauerte bis 06:00 Uhr morgens und die meisten Burschen fuhren mit einem guten Gefühl gleich weiter in die Arbeit.“

Am 1. Mai wird der Baum traditionell mit Hilfe von Scheren und Muskelkraft aufgestellt. Damit dies gelingen kann sind viele Helfer notwendig. An Bild 13 (4)diesem Tag hält das ganze Dorf zusammen. Anschließend nach getaner Arbeit wird im Schulgarten ein Dorffest gefeiert, bei dem die Vereine des Ortes verschiedene Aufgaben übernehmen. Die Aufgabe des Burschenvereins ist die Verpflegung und der Ausschank.

Auszug aus der Chronik von 1980/1981: „Das Maibaumproblem war immer noch da. Die Verkehrsinsel war für ein ordnungsgemäßes Fundament zu klein. Zu guter Letzt kam Platz Nr. 3. Er war da, wo das alte Feuerwehrhaus stand, neben dem alten Sportplatz. Dieser Platz wurde abermals vom Bürgermeister Reindl besichtigt und für gut geheißen. Am 20.12.80 wurde das Loch für das Fundament ausgehoben. Anton Haas jun. war mit dem Bagger erschienen um ein Loch von ca. 10m³ auszuheben. […] Einen Tag vor dem 1. Mai 81 wurde der Baum umgelegt. Beim BayDSCF3311erl wurde der Baum quer durch den Hof gelegt. Unter teilweise sehr schlechten Wetterverhältnissen wurde der Baum bis spät in die Nacht hinein hergerichtet. Nachdem ein guter Teil der Mannschaft durchgewacht hatte, wurde um ca. 8:30 Uhr zum Aufbruch geblasen. Fast das ganze Dorf war versammelt um bei immer noch schlechtem Wetter mitzuhelfen. Unter dem Kommando von Dillitz Gabinus und Georg Brummer wurde der Baum in ca. 3 Stunden Zentimeter für Zentimeter in die Höhe gewuchtet. Als Sicherung stellten Martin Hinterholzer und die Gräflich von Hundtsche Forstverwaltung ihre Traktoren über Seilzug vor den Maibaum. Dann war es endlich geschafft! Nach 23 Jahren wurde in Unterweikertshofen wieder ein Maibaum aufgestellt, mit einer stattlichen Höhe von 34,2m. Auf diesen Tag konnten wir alle ein bisschen stolz sein. Hernach ging es beim Heinewirt im Saal natürlich hoch her. Mit Freibier und warmen Lerkäs wurde dieser Tag gebührend gefeiert.“

Im Sommer fand früher immer ein Fußballspiel „Verheiratet gegen Ledig“ statt. In den letzten Jahren ist dies aber leider aus dem Burschenaktivitäten verschwunden, weshalb wir es zukünftig wieder angehen wollen und ein Spiel mit anschließendem Fest veranstalten wollen.

Außerdem hält der Burschenverein im Sommer sein Gartenfest im Schulgarten ab. Mittlerweile gab es schfoto074on mehrere Themen wie z.B. „Schneemaßparty“ oder wie in den letzten Jahren die „Cuba Night“. Die Aufgabe des Burschenvereins ist der Aufbau und das Organisatorische. Am Festtag selber muss alles funktionieren. Dabei werden wir immer von unseren tatkräftigen Mädels aus dem Ort unterstützt.

Auszug aus der Chronik von 1980: „Nun wurde ein Fest geplant, das am 8. Juni ´80 stattfand. Bis dahin wurde der Sportplatz unter großem Aufwand fertiggestellt. Am Schulgarten wurden der Tanzboden und die Torwand aufgebaut. Der große Tag kam näher und näher und dann war es soweit. Pfarrer Habenschaden weihte den neuen Sportplatz mit einem Festgottesdienst ein. Stell-vertretend für die Gemeinde überreichte Haas Anton sen. dem BV einen Lederball. Doch auch der kirchliche Segen half nicht so recht, denn die Wolken am Himmel wollten nicht weichen. Mittags wurde dann das Gartenfest abgeblasen.Burschen_Verheiratete 1963(1)

Um 13:00 Uhr begann im neuen Glonntalstadion das Eröffnungsspiel Verheiratete – Burschen. Das Spiel wurde von den Burschen mit 7:3 gewonnen und dazu auch die 100 Ltr. Bier. Da es der Wettergott doch besser mit uns meinte, wurde umdisponiert und das Gartenfest doch gestartet. Es kam jedoch kurz nach Beginn des Tanzes zu einem jähen Ende. Doch nichts eher desto Trotz wurde beim Heine im Saal noch kräftig weitergetrunken.“

Einmal im Jahr hält der BVU auch seinen Burschenausflug ab. Es wird in die verschiedensten StädteDSC00051 Deutschlands oder Österreichs gefahren. Im Jahr 2013 wurde eine Ausnahme gemacht und wir belohnten uns mit einem Flug nach Mallorca auf den Ballermann. Auf dieses Wochenende einmal im Jahr freut sich jedes Burschenmitglied, denn neben der Arbeit sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Egal ob eine kleine Kneipe oder Großraumdisco, alles wird in den Städten ausgiebig getestet.

Der Burschenverein besucht auch an einem Abend das Dachauer Volksfest. Es wird jedes Jahr zusammen mit dem Volksfestbus in unserer Lederhose mit Burschenhemd nach Dachau gefahren. Die Mädels die uns immer tatkräftig unterstützen sind natürlich auch mit dabei. Somit bedanken wir uns bei allen Helfern und Helferinnen. Jedes Jahr wird in einem anderen Zelt gefeiert, natürlich auf Kosten des Vereines.

Jedes Jahr am 02. Oktober veranstaltet der Burschenverein von Unterweikertshofen seine Vollgasparty, unter dem Motto:

„Es gibt nur ein Gas VOLLGAS!“

in der Reithalle gegenüber vom Schloss. Bereits eine Woche vor dem Fest beginnt der Aufbau des Festes. Da es zu dieser Jahrespic1_4dd9d05ba7_party_solo2zeit bereits kalt wird, wird die Halle beheizt und ein Zelt vor die Halle gebaut. Die Bar, die vom Burschenverein selbst gebaut wurde, muss aufgestellt und ausgerichtet werden. Außerdem müssen der Klo- und Kühlwagen installiert werden. Die Halle wird durch verschiedene Lichteffekte in eine Partyarea verwandelt. Am Tag der Party muss der BVU den kompletten Ausschank sowie die Bar betreiben. Dabei werden wir wieder von unseren Mädels unterstützt. An den nächsten Tagen wird dann das Fest wieder abgebaut und die letzten Rechnungen beglichen. Alles in allem, ist es ein Spaß für alle Gäste und Mitglieder und unsere Vereinskasse wird auch noch aufgebessert. In den Wochen darauf findet eine Nachfeier für alle Helfer statt.

Auszug aus der Chronik 1981: „Nach dem verregneten Gartenfest war der BV platt. Nun mussten wir uns eine sichere Einnahmequelle zulegen. Dies war ein Hallenfest. Und da uns der Graf v. Hundt seine Reithalle zur Verfügung stellte, war das Fest schon fast gelaufen. Die zwei Hallenfeste brachten unsere Kasse wieder in Ordnung, und das bei Superbilligpreisen. Obwohl dies unser erstes Fest in eigener Regie war, klappte es außer ein paar Kleinigkeiten (Arbeit immer die gleichen) vorzüglich. In der Reithalle wurde für die Musik ein Podest gebaut, der Tanzboden aufgebaut, sowie der Boden gespritzt und gewalzt. In den Pferdeboxen wurde eine Bar eingerichtet. Die größten Schwierigkeiten hatten wir mit dem Bier, da wir mit Odelzhausen, Hohenkammer, Strixner und Spatenbräu nicht zusammenkamen. Dann starteten wir einen Versuch bei der Brauerei Maisach. Von dort kam der Verkaufsleiter persönlich um die Bestellung aufzunehmen. Die letzten zwei Tage vor dem Fest nahmen sich ein paar Mann Urlaub (Graf G., Flunk R., Dillitz M., Bayer A.) um die Arbeiten zu vollenden. Von der Feuerwehr war vorsorglich alles Löschgerät hergerichtet worden, dass es im Notfall keine Schwierigkeiten geben konnte. Bis auf eine kleine Schlägerei verliefen beide Feste ohne größere Zwischenfälle. Der Bar- und Speisebetrieb wurde von den Mädchen gemanagt. Ein kleiner Teil des BV war rund um die Uhr im Einsatz mit Aufräumarbeiten, die am nächsten Nachmittag beim Waschen der Feuerwehrschläuche in der Glonn Gottseidank endeten. Als Dank an den Grafen v. Hundt für die Überlassung der Halle wurde der Gräfin ein Zinnteller im Wert von 250,- DM überreicht.“

Im November hat der Burschenverein seine letzte öffentliche Veranstaltung, das Wattrennen. In den letzten Jahren hat dieses im Haus der Dorfgemeinschaft stattgefunden. Davor waren wir beim Grafen in der Reithalle. Der BVU übernimmt den Ablauf des Turniers und verkauft die Getränke, sowie das Essen. Als Gewinne werden jedes Jahr 2 Schweine geschlachtet und in viele Preise zerteilt. Der 1. Preis ist ein Schlegl für jeden Spieler des Siegerpaares. Nachdem das Wattrennen vorbei ist, hat die Bar noch bis in die tiefen Morgenstunden geöffnet.

Die Krönung eines jeden Burschen ist sein Burschenabschie2006_0610dauhochzbaum20060001d. Dieser findet unmittelbar vor seiner Hochzeit statt. An diesem Tag feiert er seine letzte Party mit den Burschen und lässt nochmal richtig die Sau raus. Als Andenken an seine Mitgliedszeit erhält jeder Bursch der uns verlässt den Vereinskrug überreicht. Der Vorstand bedankt sich in Form einer kleinen Rede für die geleistete Arbeit und die vielen lustigen Stunden, die im Vereinsleben zusammen verbracht wurden. Aber auch nach der Mitgliedszeit sind alle Altburschen bei uns gerne gesehen. Außerdem wird am Tag der Hochzeit ein Hochzeitsbaum von den Burschen aufgestellt.